Die Geschichte des FLI



Der Ursprung des heutigen FLI reicht zurück ins ZIMET, dem Zentralinstitut für Mikrobiologie und Experimentelle Therapie der DDR Akademie der Wissenschaften. Aus dem ZIMET gingen nach der Wende 1991 mehrere Institute hervor, darunter das heutige Leibniz Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V., Hans-Knöll-Institut (HKI)) und das Institut für Molekulare Biotechnologie (IMB). Das IMB, Vorläufer des heutigen FLI, nahm sich zum Ziel, Gesetzmäßigkeiten der Evolution zu erforschen und biotechnologische Verfahren zu entwickeln. Maßgeblich nahm das IMB am Human Genome Project teil. 1999 empfahlen der Wissenschaftsrat und eine spezifisch für den Beutenberg-Campus einberufene Kommission, für das IMB ein neues kohärentes Forschungskonzept unter Einschluss des Potentials des ganzen Campus zu suchen.
2003 wurde Professor Peter Herrlich als neuer Direktor des IMB berufen. Zusammen mit den Wissenschaftlern des IMB schlug er als neues wissenschaftliches Konzept "Mechanismen der Alterung und altersbedingter Krankheiten" vor. Seither ist das Institut kontinuierlich umstrukturiert worden. Bis 2008 wurden 12 zusätzliche Junior- und Senior-Wissenschaftler mit Altersforschungs-relevanten Themen aus dem In- und Ausland ans Institut geholt und entsprechende neue Arbeitsgruppen gebildet. Im Einklang mit seiner neuen wissenschaftlichen Ausrichtung gab sich das Institut 2005 einen neuen Namen: Leibniz-Institut für Altersforschung - Fritz-Lipmann-Institut e.V. (FLI). Damit wurde das Institut das erste nationale Forschungsinstitut, das sich explizit der Erforschung alterungs-spezifischer Prozesse widmet.
Im Rahmen der alle 7 Jahre durchgeführten Evaluierung des Instituts durch den Senat der Leibniz-Gemeinschaft im Frühjahr 2008 wurde die thematische Neuorientierung als höchst erfolgreich eingestuft. In der Stellungnahme des Leibniz-Senats (pdf; 6 MB) bescheinigt das externe, internationale Gutachtergremium dem FLI eine beeindruckende Aufbauleistung sowie sehr gute, international sichtbare wissenschaftliche Leistungen. Als beispielgebend wurden die flache Hierarchie und die wachsende Internationalität des FLI besonders gewürdigt.
Fritz Lipmann
Fritz Lipmann (Biographien) erhielt 1953 zusammen mit H.A. Krebs den Nobelpreis (Vorlesung, Festrede) in Physiologie und Medizin. Ein wesentlicher Teil seines Lebenswerks widmete sich der Erforschung des Energiemetabolismus der Zellen. 1937 und 1939 präsentierte er das Konzept der ATP-Erzeugung in Mitochondrien, welches später als oxidative Phosphorylierung Eingang in die Lehrbücher fand. In den folgenden Jahren erkannte er die Rolle des ATP in der Phosphat-Übertragung auf Proteine und in der Erzeugung des Coenzym A, ein wichtiges Zwischenprodukt im Fettstoffwechsel.
"Fritz Lipmann is responsible for identifying and characterizing the connection between metabolism and the energetics of living systems that makes life possible" [Fritz Lipmann ist verantwortlich für das Erkennen und die Charakterisierung der Verbindung zwischen dem Metabolismus und den Energieträgern lebender Systeme, die Leben erst ermöglichen]
William P. Jencks & Richard V. Wolfenden "Fritz Albert Lipmann", Biographical Memoirs of the Royal Society 46, 335 (2000)
Mit seinen Arbeiten zum Energiemetabolismus hat Fritz Lipmann gleichzeitig Grundlagen der Alterungsforschung gelegt. Erst in jüngster Zeit werden Umrisse des Zusammenhangs zwischen Metabolismus und Lebensspanne eines Lebewesens und der Beitrag reduzierter mitochondrialer Energieproduktion in alternden Organen erkannt.
Last update: March 03, 2009